Raku ist eine Brenntechnik aus Japan. Das Wort «Raku» bedeutet auf Japanisch Freude, Glück und Ungezwungenheit. Typisch für ein Objekt aus Raku sind die schwarzen Risse auf der fertigen Keramikware. Die Risse entstehen aufgrund einer schnellen Temperaturreduktion. Man nimmt das Tonobjekt, bei hohen Temperaturen aus dem Ofen und bettet es in Stroh oder Heu. Infolge dessen fängt das Stroh Feuer und wird mit eine Abdeckung erstickt. Dadurch kann der schwarze Russ in die Risse des Objekts einziehen.

 

Bei der Herstellung wird eine spezielle Rakutonmasse verwendet, welche den Schwankungen des Brands standhalten kann. Nach dem ersten Rohbrand werden die Tonobjekte mit Rakuglasuren bestrichen und bei zirka 950-1030 Grad im Rakuofen gebrannt. Wichtig ist danach die Objekte in einem Luftverschlossenen Gefäss/Tonne zu räuchern, so entstehen die Typischen schwarzen Risse auf der Keramik. Raku ist nicht für Essgeschirr geeignet.

 

WIE WIR IN EINER RAKUTONNE MIT GASBRENNER RAKU BRENNEN

Bitte höchste Vorsicht mit so hohen Temperaturen! Ich übernehme keine Haftung. Dies ist mein Hobby und ich empfehle jedem einen ersten Rakukurs bei einem erfahrenen Kursleiter.

Vorbereitung

  • Tonobjekt gestalten mit  geeigneter Tonmasse. Bei uns ist das ein Steinzeugton (Schamottierung 40% 0-0,5 mm)
  • Tonobjekt Roh brennen
  • Objekt mit Rakuglasur bestreichen. Eine sehr schöne Auswahl gibts hier:
  • www.zh-keramik.ch Jetzt kann es mit dem Rakubrand los gehen!

 

Brennen von Keramik in einer Rakutonne

Wir brennen in einer Rakutonne mit Gasbrenner, Gasflasche und Temperaturmesser:

  • Gasbrenner von Michel Keramikbedarf
  • Rakutonne vom Lehmhuus
  • Gasflasche von der Tankstelle
  • Temperaturmesser weiss ich nicht mehr.

 

Tonobjekte im Ofen platzieren. Objekte die auf der Auflagefläche glasiert sind, sollten auf Metallfüsschen gestellt werden.

 

Gasbrenner vor der Rakutonne platzieren. Im Abstand von 2 Fingerbreiten zu der Tone.

ACHTUNG: Wir lassen den Deckel oben weg, wenn wir das Gas einströmen lassen und anzuzünden! Somit kann sich die Tonne nicht mit Gas füllen und beim anzünden den Deckel explosionsartig  absprengen.
Also deshalb, Deckel abnehmen, Gas leicht aufdrehen und anzünden. Wenn das Gas brennt, kann der Deckel nach zirka 3 Minuten aufgesetzt werden.

Tipp: Heizt den Ofen kurz vor um die Restfeuchtigkeit entweichen zu lassen.

 

Im Sekundentakt sollte sich jetzt der Temperaturmesser auf 950-1030 Grad erhöhen. Der Höchstwert der Temperatur gibt die Glasur vor.
Kleine Schwankungen, bei dem die Temperatur fällt und danach gleich wieder steigt, sind normal.

Hinweis: Eine Gasflasche kann bei gebrauch einfrieren, das Gas kommt dann nicht mehr aus der Flasche. In diesem Fall, die Gasflasche in heisses Wasser stellen.

Unsere BrennkurveZuerst das Objekt leicht anwärmen 15 Min. bis 400 Grad
Gas erhöhen: zirka nochmals 20 Min. bis 750 Grad
Gas erhöhen: bis zur gewünschten Temperatur von der Glasur 950-1300 Grad vorgegeben.
Geduld ist eine Tugend: Alles in allem sollte der Brand  1 Stunde 30 Minuten dauern!
Der Brand ist somit beendet. Das Objekt kann jetzt noch heiss dem Ofen entnommen werden.

 

Objekte aus dem Ofen nehmen

Gasbrenner ausschalten und Temperaturmesser entfernen.
Das noch heisse Objekte jetzt mit Zange, Schutzhandschuhen und Schutzhelm sowie feuerdichter Kleidung aus dem Ofen nehmen. Das Objekt glüht noch bei bis zu 1000 Grad.
Die Keramik, wenn möglich, zirka 1 Min. in der Luft halten. Man hört wie die Glasur an der Luft bricht.

 


Wir haben vorab ein Erdloch gebuddelt und dieses mit Hobbelspänen ausgekleidet.
In das Erdloch kommt jetzt die noch heisse Keramik. Über die Keramik legen wir noch eine handvoll Stroh.
Das Stroh muss Feuer fangen, dies ist ganz normal.

 

Jetzt das Erdloch luftdicht verschliessen und somit das Feuer am atmen hindern. Wir verwenden dazu einer alten Waschtonne vom Landi, welche wir ganz über das Erdloch und die Keramik stülpen.
Der Russ vom Feuer kann jetzt in die Risse der Keramik einziehen und hinterlässt später die schwarzen Strukturen.

 

Nach ein paar Stunden, wenn die Keramik abgekühlt ist, kann diese dem Erdloch entnommen werden.

 

Die Objekte müssen jetzt nur noch mit  Stahlwolle und Scheuermittel geputzt werden.

Und schon sind die Keramik-Kustwerke fertig!