Ein grosses Thema in der Keramikwelt ist, ob man Tonreste wiederverwenden soll oder besser nicht! Gerne möchte ich dir erklären wie ich damit umgehe. Gerne möchte ich dir erklären wie ich damit umgehe.

Grundsätzlich gibt es mehrere Möglichkeiten Tonreste zu verwenden.

Ganz oben steht die Verarbeitung in Ton-Schlicker. Schlicker wird verwendet um Teile von Ton zu verbinden. (Problem hier: Man sollte immer den gleichen Ton wie Schlicker verwenden.) Schlicker wird durch die Zugabe von Wasser in trockenem Ton erreicht. Unten die Anleitung dazu.

Eine andere Variante ist, Tonmengen „einzusumpfen“ und auf Gipsplatten zu trockenen. (Für grössere Mengen geeignet.) Es entsteht eine plastische Konsistenz des Tons. Wir machen das mit unserem Dreht und Aufbauton.

Eine andere Möglichkeit ist es die trockene Tonmasse in einem Kessel 5 Tagen lang wieder weich werden zu lassen. Sehr zu empfehlen bei Ton der noch nicht ganz durchgetrocknet ist!

In manchen Keramik-Werkstätten gibt es auch Maschinen die das Wasser Filtern und den Ton so wieder aufbereiten. Diese können aber sehr teuer sein.

FAZIT: TONRESTE WIEDER VERWENDEN

Wenn du mit voll ausgetrocknetem Ton arbeitest, empfehle ich dir die Schlicker Variante oder die Variante mit den Gipsplatten.  (Da sich bei voll ausgetrocknetem Ton die winzigen Plättchen darin verändern.)

Bei noch nicht durchgetrocknetem Ton, empfehle ich die Kessel Variante. Geht zwar 5 Tage ist aber einfach und wirkungsvoll.

 

Hier erkläre ich Dir die einzelnen Varianten genauer:

SCHLICKER VARIANTE

Folgendes wird benötigt:
Wasser, Schwingbesen, feinmaschiges Sieb, fester Borstenpinsel, offenes Gefäss, Dose

Wenn möglichem arbeitet später mit der gleichen Sorte Ton wie Schlicker.

  1. Alle Tonreste sammeln (Ton Stücke müssen ganz trocken sein!)
  2. Tonreste in ein offenes Gefäss legen und Wasser darüber giessen. Der Ton sollte gerade überdeckt sein.
  3. Das Gemisch 24 Stunden stehen
  4. Das Gemisch nun mit einem Schwingbesen gut durchrühren
  5. Das Gemisch mit einem Borstenpinsel durch ein feines Sieb in ein Gefäss drücken
  6. Falls der Brei jetzt noch zu viel Wasser enthält, kann man das Gemisch nochmals 24 Stunden stehen lassen und das Wasser darüber dann abgiesssen.
  7. Der Schlicker sollte jetzt die Konsistenz von einer Creme haben
  8. Fertig!

Den Schlicker luftdicht aufbewahren. Wir verwenden dazu Tupperware oder leere Glas-Saucen-Dosen.

DIE GIPSPLATTEN VARIANTE

Gipsplatten zu bekommen ist nicht einfach, da Gips speziell entsorgt werden muss!
Besser mehrere, dünne mindestens 5 cm dicke Platten nehmen. (Achtung schwer)

Wenn möglichem Tonsorten nicht mischen. Diese kann später zu Problemen führen.

  1. Gib den gut getrockneten Ton in ein Becken oder eine Schüssel.
  2. Füll die Schüssel mit Wasser
  3. Lass dieses Gemisch ein paar Tage stehen
  4. Schöpfe so viel Wasser wie möglich von oben ab, so dass nur noch die schmierige Suppe bleibt
  5.  Leg etwas Stoff oder Handtücher auf die Gipsplatten, dann kipp das Gemisch darüber aus. Der Gips sollte nicht mit dem Tongemisch vermischt werden. Dies kann zu Brüchen beim späteren Rohbrand führen.
  6. Die Tonmasse muss jetzt auf dem Gips trocknen. Immer wieder nachschauen ob die Masse schon gut zum verarbeitet ist.
  7. Falls die gewünschte Festigkeit vorhanden ist, kann das Tongemisch von den Handtüchern und dem Gips gelöst und  wieder verwendet werden.
  8. Platten vor nächstem Gebrach gut durchtrocknen lassen!

Der Ton hat jetzt viel Luft drin, auch ist er haptisch und in der Verarbeitung etwas anders als gewohnt. Um diesen z. B. für Drehton aufzubereiten, gibt es sehr spannende YouTube Videos von „yt spiral wedging“ die ich sehr empfehlen kann!

KESSEL VARIANTE

Bei noch nicht ganz durchgetrocknetem Ton, empfehle ich die Kessel Variante. Geht zwar 5 Tage ist aber einfach und wirkungsvoll. Kann auch bei ganz trockenen Tonresten durchgeführt werden.

  1. Trockene Tonreste, auch Ton-Block in einen Plastiksack geben.
  2. Dazu wenig Wasser, ungefähr eine Teetasse auf 10kg.
  3. Danach den Sack luftdicht verschlissen und in ein mit Wasser gefüllten Eimer stellen.
  4. Der Plastiksack sollte bis Zweidrittel unter Wasser stehen.
  5.  5 Tage aufbewahren, danach sind die Reste wieder schön homogen und bereit für die Verarbeitung.

Falls dir der Blogbeitrag gefallen hat, schau doch mal in meinem Shop vorbei!

Grüsse Jessica